Die wichtigsten Ereignisse und Eindrücke der Bloggerreise

So etwas hatten meine Augen noch nie gesehen. Eine armenische Fahne in den Händen eines Türkens. Aber nicht mit Hass, sondern mit Verehrung und Verständnis. Eine unserer türkischen Teilnehmerinnen hatte eine armenische Fahne gekauft. Als sie die Fahne aus ihrer Schultasche herausnahm, bekam ich Gänsehaut. Das hatte ich nicht erwartet. Sie schaute mit ihren blitzenden Augen alle an und lächelte ernst. Ihr Lächeln war voller Stolz. In diesem Moment habe ich verstanden, dass wir dank dieses Programms schon einen kleinen Schritt nach vorne gemacht hatten.

Mariam, Armenien

Einer der Schlüsselmomente unseres Programms war Metins Vortrag über Nationalität und Identität am Beispiel des armenischen Völkermords. Die objektive und kritische Art mit der Metin über die damaligen Ereignisse sprach, war entscheidend für eine vorurteilsfreie Vorstellung von dem armenisch-türkischen Konflikt bei allen Teilnehmern. Für das Ziel des Programms, die türkische-armenische Versöhnung, war dieser Beitrag ausschlaggebend.

Nazlı, Türkei

Es war immer mein Traum, einmal in der Türkei zu sein. Ich habe dort wunderschöne Momente erlebt. Ich hielt mein Versprechen und traf meine Freundin Başak. Ich fühle mich sehr froh und glücklich. Ich habe so nette und freundliche Menschen kennengelernt, die jetzt meine Freunde sind. Darüber freue ich mich sehr. Leider war die Zeit sehr kurz und jetzt müssen wir uns trennen. Ich fühle Leere.

Taron, Armenien

Vor der Reise war Eriwan ein Traum für mich, aber nach nun einer Woche in Eriwan kenne ich viele Straßen, weswegen ich die Stadt nun von der Liste streichen kann. Besonders wegen der langen Busfahrten mit unserer tollen Gruppe war die Reise super. Wir haben zusammen geschlafen, schlaflos gearbeitet, gesungen und gelacht. Jetzt habe ich 23 neue Lieblingsfreunde. Auf dieser Reise habe ich außerdem gelernt, dass das wichtigste die Hoffnung ist. Und ich habe die Hoffnung, dass wir uns in der Zukunft wiedersehen werden.

Gizem Ö., Türkei

Kaum etwas wäre wichtiger und effektiver für die armenisch-türkische Annäherung, als die gemeinsamen Kulturrealien gemeinsam zu erleben. Als während einer langen Busfahrt Ferhat und Anush in ihrer jeweiligen Muttersprache das Lied „Sarı Gelin/Sari Aghtschik“ gemeinsam sangen, erfüllte die Bloggerreise  meiner Ansicht nach ihren impliziten Hauptzweck. Der wiederholte Auftritt des Duetts in der deutschen Botschaft verlieh dieser Initiative einen noch schicksalhafteren Charakter. Ich war überglücklich, den Augenblick miterlebt zu haben.

Michael, Armenien

Die beeindruckendste Situation für mich war, als sich Metin Abi sich von uns verabschiedet hat. Ich war sehr traurig. Ich hatte mich sehr an Metin Abi gewöhnt. Nachdem er nach Deutschland zurückgefahren war, fühlte ich mich wie ein Waisenkind. Ich hoffe, dass ich in der Zukunft wieder gemeinsam mit Metin Abi an einem Projekt teilnehmen kann.

Batuhan Özsoy, Türkei

Auf dem langen Weg nach Armenien, der ungefähr zwanzig Stunden dauerte, hatte ich die Gelegenheit mich außerhalb der Programmpunkte und Blogeinträge mit meinen armenischen Freunden zu unterhalten. Erst habe ich sie gebeten, mir ein paar Sätze auf Armenisch beizubringen. Eine fremde Sprache mit Einheimischen zu lernen, macht immer Spaß. Es sagt auch vieles über die Denkweise der Menschen aus. Umso später es wurde, fielen viele in den Schlaf. In der Stille unterhielten wir uns über Ähnlichkeiten und Unterschiede der armenischen und türkischen Kultur und teilten unsere persönlichen Erfahrungen, unsere Beziehungen und Gefühle miteinander. Ich finde, dass man mit Gesprächen, die sich nicht nur mit Politik befassen, sondern etwas Persönliches teilen, viel engere Beziehungen aufbauen kann. Damals im Bus war auch der Moment, an dem wir fühlten, dass wir noch viel mehr Zeit miteinander verbringen sollten.

Irem, Türkei

Vor der Reise hatte ich noch nie einen Türken getroffen und ich hatte einfach keine Vorstellung von ihnen. Ich hatte nur schlechte Dinge über sie gehört, aber jetzt habe ich eine andere, eine positive Meinung. Ich habe zehn türkische Freunde, mit denen ich jetzt verbunden bin, und will mich eigentlich nicht von ihnen verabschieden. Jeder von ihnen ist eine besondere Persönlichkeit. Wir haben zusammen eine wunderschöne Zeit verbracht und sind jetzt wie eine Familie, die aus 23 Personen besteht. Wenn nur einer fehlt, sind wir keine Familie mehr. Heute ist der Tag unserer Trennung. Wenn es möglich wäre, würde ich sie nicht gehen lassen. Ich bin mir sicher, wir sehen uns in der Zukunft wieder.

Vergesst nie: Freundschaft ist das stärkste Ding in der Welt

und kann alle Schwierigkeiten gemeinsam überwinden.

Suzanna, Armenien

Ich war ganz fokussiert auf das Bloggen. Dann kam Taron und ließ einige Sachen auf meinem Tisch. Eine Flasche Granatapfelwein (nran gini) und einen Magneten mit einem Bild Eriwans. Als ich die Geschenke sah, bekam ich ein schlechtes Gefühl in meiner Seele. Ich verstand, dass die Abschiedszeit gekommen war. Ich bin keine Person, die sehr oft weint. Aber in diesem Moment gab es nichts zu tun, außer zu weinen. Ich hätte nie gedacht, dass ein Abschied mich so traurig machen könnte. Ich habe ihn umarmt und mir gewünscht, dass dieser Moment für immer andauern würde.

Başak, Türkei

Während der Bloggerreise gab es in jeder Stadt einzigartige Eindrücke und Sehenswürdigkeiten. Alles war so verschieden zusammen verbunden, dass man es kaum voneinander trennen konnte. Beispielsweise war der Blick auf’s Meer in allen Städten anders. In Istanbul war die Bewegung auf dem Meer am auffälligsten, in Samsun seine Farbe und in Ordu die Schönheit. Insgesamt denke ich, dass in der Türkei großer Wert auf das Meer gelegt wird.

Gevorg, Armenien

Die letzten 15 Tage waren ein unvergesslicher Lebensabschnitt. Alle Momente der Reise waren beispiellos. Die Reise war eine türkische-armenische Reise, aber meine beeindruckendste Erinnerung war ein Interview mit einem kurdischen Jungen. Normalerweise habe ich keine Vorurteile. Aber es ist leicht über Gebiete und Menschen zu sprechen, die wir nicht kennen. Durch dieses Interview habe ich gelernt, dass wir diese Menschen kennenlernen und diese Gebieten bereisen müssen, um uns eine Meinung zu bilden und ihnen helfen zu können. Das gilt auch für Armenien. Viele Menschen haben ein schlechtes Bild von Armenien, aber sie kennen keine Armenier. Das ist nur ein Vorurteil. Diese Reise hat uns geholfen, die Armenier kennen zu lernen. Jetzt habe ich viele armenische Freunde und auch viele neue türkische Freunde, die genauso denken wie ich. Wir können alles miteinander machen, wenn wir zusammen sind.

Aydan, Türkei

Im Museum der anatolischen Zivilisationen in Ankara habe ich viele überraschende Sachen und Denkmäler gesehen. Zum Beispiel habe ich die Keilschrift des Königs der alten urartäischen Zivilisation Argischti bewundern können. Das war sehr beeindruckend, weil in Armenien alle die Geschichte von Urartu aus der Schule kennen und die alte Hauptstadt von Urartu im Gebiet von Eriwan liegt. Im Museum habe ich Anatolien als das Wohngebiet der Menschen und Nationen erkannt, in dem später die Armenier und Türken zusammen gelebt haben.

Arshak, Armenien

Die Bloggerreise war sehr gut. Wir haben bei diesem Projekt viele gute Freunde kennengelernt. Mit diesem Projekt habe ich meinen Horizont erweitert. Ich habe auf Fragen, die ich mir seit meiner Kindheit stelle, in Eriwan Antworten gefunden. Wir haben viele Städte besucht und verschiedene Gerichte probiert. Durch dieses Projekt habe ich ein neues Weltbild gewonnen. Besonders Metin Abi war hat uns weitergebracht. Er ist sehr intellektuell und klug. Er hat uns mit seinen Informationen und Gedanken aufgeklärt. Ich möchte mich bei Mira und Wiebke dafür bedanken, dass sie Metin Abi eingeladen haben. Abschließend kann man sagen, dass dieses Projekt sehr hilfreich war und ich möchte mich nicht von meinem neuen armenischen Freund Taron trennen. Ich hoffe, dass wir uns bald in Istanbul wiedersehen werden.

Ferhat, Türkei

 

Ich werde nie den Moment vergessen, als zwei Türken auf dem Boden des Zizernakaberd–Denkmals saßen und mit feuchten Augen auf die ewige Flamme starrten. Für mich war es sehr spannend zu sehen, wie die jungen Türken unser Leid respektierten und an ihre Vergangenheit dachten. Mir war es nicht wichtig, dass sie sich schuldig fühlen. Mir reichte es, dass sie sich mit der Wahrheit konfrontiert hatten. Ihre feuchten Augen waren alles für mich.

Anush, Armenien

Für mich war unsere Freundschaft das eindrucksvollste Ereignis. Ich konnte am Ende nicht mehr unterscheiden, wer ein Armenier und wer ein Türke war. Es war so, als wären wir alle aus derselben Nation. Es fühlte sich so an, als ob ich alle schon seit langer Zeit kennen würde. Jeder Einzelne hat eine besondere Eigenheit, die mir vieles beigebracht hat. Ich bin sehr froh, dass ich solch gute Freunde getroffen habe. Und jetzt ist es schwer, alle zu verabschieden. Trotzdem bin ich für alles dankbar.

Ipek, Türkei

Eine kurze Geschichte, ein kurzes Leben,

Ein kleines Stück von einigen Herzen,

Ruft uns schnell, ruft uns eifrig,

Ohne Träne, ohne Traurigkeit.

Zwei Wochen, wunderbare Wochen, ich kann sie nicht beschreiben, es war super, lustig, cool. Kein Wort passt zu diesem Gefühl. Viele Freunde, neue Überraschungen, neue Erkenntnisse. Ich werde mich immer dran erinnern. Ich bin sehr dankbar.

Vielen Dank liebe Wiebke

Vielen Dank liebe Mira

Vilene Dank lieber Andreas

Vielen Dank lieber Metin

Vielen Dank DAAD

und

Vielen Dank meine lieben Freunde

Zare, Armenien

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