Komitas auf Deutsch

Am 26. September fand ein Chorkonzert zum Gedenken an den Genozid von 1915 in Eriwan statt. Es wurden die Werke von  Komitas gespielt. Er war ein armenischer Priester,  Komponist, Sänger, Chormusiker, Musikpädagoge und Musikethnologe. Komitas gilt heute allgemein als Begründer der modernen klassischen Musik Armeniens. Wer nur ein bisschen die armenische Kultur und Geschichte kennt, kann ganz gut verstehen, welche Bedeutung Komitas und seine Musik haben.

Das Konzert konnten wir in einem neu eröffneten Komitas-Museum genießen. Ich habe mich  immer daran gewöhnt, Musik von Komitas in der Aufführung von armenischen Musikern zu hören. Aber diesmal war alles ganz anders. Zuerst war es ein bisschen schwer und seltsam, Komitas auf Deutsch zuzuhören. Aber dann bin ich mit der Musik verschmolzen.

Ich habe mich immer gefragt, ob ich die gleichen Emotionen bei den verschiedenen Interpretationen von Komitas  haben würde oder nicht. Mir wurde es klar nach dieser Erfahrung: ja und noch einmal ja, ich bekomme Gänsehaut bei jeder Interpretation, egal wer, wann und wo es aufgeführt wird. Es war eine große Freude und Wonne, dem Spiel zuzuhören und den Abend vom Anfang an bis zum Ende ohne Pausen zu genießen. Die Veranstaltung hatte nicht nur das Ziel, die Werke von Komitas noch einmal vorzustellen, sondern hatte auch eine Mahnung in sich. Wie Prof. Thomas Buchholz (deutscher Musiker) sagte: „Auf besondere Weise will dieses Konzert die kulturelle Brücke zwischen Armenien und Deutschland weiterbauen, deren Bau lange vor dem Völkermord begann und nach unserer Hoffnung eine gedeihliche Zukunft haben soll”.

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