Paradschanow und die kleinen Überraschungen

Weil ich unbedingt das Paradschanow Museum besichtigen wollte, bin ich heimlich in der Mittagspause dorthin gerast. Als ich am Museum ankam, begrüßte mich ein Mann, sagte den Preis und fragte mich, woher ich komme. Für ein Paar Sekunden hatte ich die Frage ignoriert und konzentrierte mich darauf, ihm das Eintrittsgeld zu geben. Als er das zweite Mal fragte, dachte ich: „Wie schlimm könnte schon ein Mitarbeiter in einem Museum, das Paradschanow gewidmet ist, reagieren?“ Also sagte ich, dass ich aus der Türkei komme. Ich kannte Paradschanow als Regisseur, aber auch von seiner Kunst war ich sehr begeistert. Nach meiner Besichtigung habe ich den gleichen freundlichen Mann gefragt, wo ich ein Taxi finden könnte. Auf der Straße fand ich einen alten Taxifahrer. Ich rief Michael an, damit er dem Fahrer den Weg erklären konnte. Während der Fahrt fragte mich der Mann auf Armenisch, ob ich Armenierin sei. Ich habe seine Fragen auf Armenisch mit „ja“ und „nein“ beantwortet. Er hat mir – soweit ich es verstanden habe – gesagt, dass ich unbedingt Armenisch lernen solle. Dann hat er angefangen zu raten, woher ich komme. Amerika, Spanien, Italien, Polen, Russland, Frankreich und Deutschland. Als wir ankamen,  gab ich ihm das Geld und sagte auf Armenisch :“Yes yegel em Turkeyz“. Daraufhin hat er mit seinem Zeichenfinger zuerst auf sich und dann auf mich gezeigt, womit er sagen wollte, dass er auch aus der Türkei kommt.

Irem

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